Diesel-Skandal?

Eine Frage der Bildung…

 

Wer sich nur ein bisschen umschaut in der Welt kann es bestätigen: die Deutschen sind hysterisch, „German Angst“ ist mittlerweile ein gängiger Begriff. Nirgends auf der Welt gibt es so viele Lebens- und sonstige Versicherungen, nirgends gibt es so viele Arztbesuche, usw. Und wenn Deutsche reisen, dann am liebsten dahin, wo auch andere Deutsche sich aufhalten. Exotische Urlaubsreisen werden prinzipiell in der Reisegruppe mit Gleichgesinnten unternommen.

Nun hat Alexander von Humboldt mal gesagt, eine Weltanschauung könne man nur haben, wenn man die Welt auch angeschaut hätte. Die Welt anschauen bedeutet auch, sie ohne Scheuklappen anzuschauen und Vorurteile erst mal beiseite zu legen. So müssen viele Weltanschauungen in Deutschland zumindest kritisch gesehen werden.

Populisten nutzen die Angst – Populisten von rechts und von links, da gibt es keinen Unterschied. Nur scheint es tendenziell so, dass die Linkspopulisten generell weniger gebildet sind, was das Ganze aber nicht harmloser macht. Es ist eher so, dass die Linkspopulisten aufgrund gravierender Wissensmängel viel überzeugter auftreten können, die haben ja nie ein schlechtes Gewissen, sie glauben an das, was sie vertreten. Umso schwieriger ist die Auseinandersetzung mit ihnen: rationale Diskussionen sind ziemlich sinnlos, man findet keine gemeinsame Basis.

Aktuelles Beispiel ist die Kampagne gegen den Verbrennungsmotor und da insbesondere den Diesel. Nachdem Abgeordnete der „Grünen“ in Europa angekommen sind, haben sie auch wichtige Posten der Kommission besetzt. Nun feiern die Grünen gerade einen Triumpf nach dem anderen. Aktuell haben sie es geschafft, die Diskussion über „Stickoxid“ hochzukochen. Basis der angeblichen Gesundheitsschädlichkeit des NOx ist eine lang zurückliegende Publikation, die eine Korrelation zwischen gemessenen Stickoxidkonzentrationen an Straßen und dort vermehrt vorkommenden Todesfällen gefunden hat. In dieser Publikation wird nicht unterschieden zwischen den vorhandenen Schadstoffen, die NOx Konzentration wird jedoch als Maßstab der Schädlichkeit verallgemeinert. Dies ist wissenschaftlich nicht haltbar, das ist populistisch und unwissenschaftlich.

Eine korrekte Gefährdungsbeurteilung des NOx hingegen hat die Arbeitswissenschaft abgegeben, ausgedrückt im MAK (maximale Arbeitsplatz Konzentration). Die MAK liegt z.B. für Arbeitsplätze bei 1 Tsd. ppm. Für Straßen wurde (durchgesetzt von den Grünen in Brüssel) hingegen eine maximale Konzentration von 40 ppm vorgegeben, und die nun teilweise bereits angeordneten Fahrverbote beruhen auf solchen Anordnungen.

Seriöse Quellen sehen die NOx Konzentrationen an den Straßen nicht als Gradmesser der Luftverschmutzung – und in der oben zitierten ursprünglichen Studie hatten die Luftschadstoffe eine ganz andere Zusammensetzung, insbesondere gab es damals eine hohe Konzentration an Feinstaub. Die Feinstaubbelastung ist jedoch deutlich zurückgegangen seit damals – die Heizungen (größte Umweltbelastung!) wurden durch Filter verbessert, Kaminbefeuerung wurden (zumindest in den Städten) untersagt bzw. nur mit Filtern zugelassen, usw. Die Straßenbeläge wurden verbessert, ebenso die Reifen und Bremsbeläge. Hauptlieferant für Feinstaub ist nun der im Winter eingesetzte Granitsplit. Granitstaub ist besonders gesundheitsschädlich, weil dem Asbest verwandt. Und natürlich immer noch der Hausbrand, da wurden extrem großzügige Übergangsregeln eingeführt. Kann natürlich so ein grüner Umweltaktivist mangels Physik- und Chemiekenntnissen nicht wissen.

Reisen in andere europäische Länder zeigen: dort ist es den Verwaltungen völlig egal, was die Brüsseler Bürokraten so alles erfinden. Messstationen findet man praktisch nirgends, also muss man sich auch nicht mit Ergebnissen auseinandersetzen. Umweltzonen gibt es keine (Ausnahme Frankreich, wo ein „Geisteswissenschaftler“ und Banker Präsident geworden ist und natürlich seine Unkenntnis der Naturwissenschaften unter Beweis stellen musste mit dem Ergebnis, dass er aktuell der unbeliebteste Präsident aller Zeiten ist). Fahrverbote sind nicht vorhanden, ebenso hat man keine Angst vor dem Diesel oder Atomkraft.

Hier sind der deutschen Politik heftige Vorwürfe zu machen. In vorauseilendem Gehorsam wurde – teilweise verschärft! – widerstandslos das umgesetzt, was europäischen Partikularinteressen dient. Protektionismus der besonderen Art. Die Bundesregierung hätte längere Übergangsregelungen durchsetzen müssen (siehe auch https://va.newsrepublic.net/s/RYswMF).

Aktuell soll nun der CO2 Ausstoß der PKW weiter massiv reduziert werden – ohne Diesel praktisch unmöglich, ohne die deutschen Hersteller zu ruinieren. Nur schwach motorisierte Autos – die bevorzugt in den südeuropäischen Ländern gefertigt werden – haben da eine Chance. Wieder eine Aktion gegen die deutsche Industrie.

Das mit E-Mobilität auffangen zu wollen ist eine Utopie, wie so vieles andere auch. Autos mit Batterien haben, das ist eine Frage der Physik, eine sehr begrenzte Reichweite (ist Folge einer geringen „Leistungsdichte“ der Batterie im Vergleich zu chemischen Brennstoffen) und sind aufgrund der langen Ladezyklen kaum für längere Strecken geeignet, abgesehen von der Problematik der Stromerzeugung. Da der Atomausstieg ja beschlossene Sache ist, müsste die benötigte Energie (der Strom) aus den veralteten Braunkohlekraftwerken bereitgestellt werden. Hier jedoch haben die grünen Taliban bereits erreicht, dass der Braunkohleabbau gestoppt werden muss. Wie jedoch soll der Strom erzeugt werden? Windmühlen bzw. Photovoltaik reichen bei weitem nicht aus. Biotreibstoff (z.B. Biodiesel) wäre eine sinnvolle Alternative, jedoch bestehen hier große Vorbehalte, da Ackerbau nicht zur Mobilität, sondern nur zur Nahrungserzeugung einer unmäßig wachsenden Bevölkerung stattfinden soll. Zudem sind derzeitige alternative Energiequellen nur unregelmäßig verfügbar (z. B. wenn die Sonne scheint oder gerade Wind bläst). Speichermöglichkeiten, die dies ausgleichen könnten, sind bislang nicht erkennbar. Auch scheitert die Alternativenergie schon an den fehlenden Stromschienen. Strom in Windmühlen in der Nordsee erzeugt findet keinen Weg zu den industriellen Zentren im Süden.

Größter Denkfehler bei der batteriebetriebenen Fahrzeugflotte ist wohl die Annahme, es handele sich dabei um eine ökologisch und moralisch saubere Sache. Nicht nur, dass die Fertigung der Batterien extrem energieaufwändig ist (Modellrechnungen norwegischer Wissenschaftler sehen erst nach 6 bis 7 Jahren e-Antrieb eine Parität zum konventionellen Verbrennungsmotor), die benötigten Rohstoffe (Lithium und Kobalt) stehen auch nur begrenzt zur Verfügung, und sie werden aktuell mit gravierenden Umweltfolgen bzw. unter menschenunwürdigen Bedingungen gewonnen (siehe auch https://www.zdf.de/nachrichten/heute/scheinbar-saubere-elektromobilitaet-100.html).

Und als Sahnehäubchen dieser kritischen Anmerkungen folgendes: es wird ja von den Ökos vehement der Ausstieg aus der Kohleverstromung gefordert. Dieser an sich nachvollziehbare Wunsch hat jedoch Folgen, sollte das zügig umgesetzt werden.

Nicht nur, dass da tatsächlich ein Energieengpass folgen wird – was machen dann aber all die Häuslebesitzer im Umland der industriellen Zentren? Wie sollen die zur Arbeit kommen? Der öffentliche Nahverkehr ist in miesem Zustand (Jahrzehnte unterbleibender Investitionen in den Erhalt bestehender Strecken rächen sich jetzt), zudem völlig ungeeignet für den Transport der Bewohner der Vorstädte bzw. dem Umland. Dort, wo kurze Wege zu den Bahnstationen existieren, sind die Preise genauso hoch wie in den Städten, die arbeitende Bevölkerung hat deshalb den Ausweg in preiswertere Quartiere gesucht, und da gibt es keinen Bahnanschluss. Der Preisverfall solcher Anwesen ist vorprogrammiert, ebenso der Preisanstieg in den Städten. Dem mit weiteren Gesetzen beikommen zu wollen ist absurdes Theater.

Was gar nicht bedacht wurde: bei der Kohleverstromung wurde sehr früh eine Filtertechnik zur Abscheidung von Schwefel (Schwefeldioxid) erforderlich. Diese findet üblicherweise durch Oxidation des Schwefels zu Schwefeltrioxid statt und dessen Umwandlung in Gips durch Einsprühen einer Kalklösung. Gleich nach der Einführung der Rauchentschwefelung hat es riesige Berge an Gips gegeben, der zu entsorgen war. Da hat man dann aus der Not eine Tugend gemacht und hat zahlreiche Anwendungsmöglichkeiten für den als „Abfall“ erzeugten Gips gefunden. Hauptsächlich wird heute aus dem Rauchgas-Gips Gipskarton hergestellt, im modernen Bauwesen im Trockenbau“ unverzichtbar. Auch der Gips für die Zahntechnik kommt aus solcher Quelle.

Beim Abschalten der Kohleverstromung fällt damit dann nicht nur der Strom weg, es fällt auch der Gips weg. Natürliche Lagerstätten gibt es nur noch wenige – also wird Gips dann ganz wesentlich teurer werden, wobei auch dies die Knappheit kaum ausgleichen kann. Da wird es auf dem Bau wesentliche Umstellungen geben, und die ganze gipsverarbeitende Industrie wird ihre Mitarbeiter in die Arbeitslosigkeit entlassen müssen.

Man hat schon den Eindruck, dass hier kaum fachliche Kompetenz vorhanden ist. Bei der Partei der Grünen ist das quasi Voraussetzung einer Karriere (Bonmot: Schnittlauchpartei, außen grün und innen hohl), aber, bei den vormals Volksparteien? Dass die Grünen bildungsfeindlich eingestellt sind, zeigt sich beispielhaft nicht nur an ihren Führungspersonen, sondern auch in der praktischen Politik. In Baden-Württemberg, wo die Grünen gar den Ministerpräsidenten stellen und deutliche Mehrheiten haben, gibt es (aktuelle Zahlen) den größten Lehrermangel. Bemerkenswert, da vormals BW neben Bayern die beste Schulbildung ihrer Schüler (ausweislich PISA) vorweisen konnte.

Jedoch, auch die SPD schwächelt: hatte Gabriel noch einen Abschluss als Lehrer, kam ein Mann ohne irgendeinen Schulabschluss (Schulz) und dann eine Studienversagerin (Nahles), die es in dem Softfach Deutsch nach 20 Semestern (in Worten Zwanzig! Das sind 10 Jahre!) zu keinem Abschluss gebracht hat. Da ist kaum noch irgendeine Bildung zu finden. Und die Union? Da traut man sich schon gar nicht mehr den Bildungshintergrund der Protagonisten zu nennen. Warum? Ist es ein Verbrechen etwas gelernt zu haben?

Galt früher, dass das Land von Lehrern regiert würde, gab es eine Übergangszeit, in dem Juristen das Sagen hatten (von Naturwissenschaft verstehen die aber schon gar nichts!), und aktuell hat man den Eindruck, jetzt seien nur noch völlig von jeglicher Bildung unbefleckte Leute am Werk.

Das wird kein gutes Ende nehmen!

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