Bildung:  Schulz prescht vor

 

Der Kanzlerkandidat der SPD hat „soziale Gerechtigkeit“ und “Bildung“ als große Themen für sich besetzt. Von der CDU kommt ja eigentlich gar nichts programmatisches, da setzt man auf „weiter so“, Hauptsache Merkel bleibt Kanzler.

Nun haben wir in der Bundesrepublik ein föderales System, verankert im Grundgesetz (Verfassung haben wir keine, die eigentlich vorgesehene Erarbeitung einer deutschen Verfassung, bestätigt in freier Wahl, wurde nach Wiedervereinigung einfach fallen gelassen), das den Ländern die Bildungshoheit einräumt.

Dies hat zu deutlichen Verwerfungen geführt – die schon länger links regierten Länder sind in den Bildungsleistungen hinter die konservativen Bundesländer zurückgefallen. Bayern und Sachsen führen regelmäßig in den Lernerfolgskontrollen („PISA“), während Berlin und Hamburg ebenso regelmäßig ganz am Schluss der Skala zu liegen kommen. Natürlich hat das  Folgen: Bewerber mit Abschlüssen aus den linken Ländern werden bei Bewerbungen um einen Job stets benachteiligt, das gilt auch und sogar für Universitätsabschlüsse. Es hat sich herumgesprochen, dass eine gute Note dort eben weniger Leistung repräsentiert als dieselbe Note in Bayern oder Sachsen.

Nun wurde in jüngerer Vergangenheit versucht, durch Absprachen der Länder untereinander, die Lücken zu schließen. So hat man beschlossen, gemeinsame Abituraufgaben zu erarbeiten und diese dann in den Gymnasialabschlussprüfungen einzusetzen. Die Ergebnisse sollten noch mehr zu denken geben: trotz abgesenkter Anforderungen (da hat, typisch Kompromiss, Bayern zugestimmt, weniger zu verlangen) hatten die Schüler in den Links-Ländern massive Probleme, weshalb meist die Korrekturen korrigiert wurden, d.h., bei gleichen Aufgaben wurden Schüler aus linken Ländern besser bewertet, teilweise wurden Prüfungen sogar mit anderen Aufgaben wiederholt.

Wenn nun die SPD eine bundeseinheitliche Regelung fordert, mit Übergang aller Kompetenzen an den Bund, sind die Ergebnisse vorhersagbar: Die Anforderungen werden noch weiter abgesenkt, wohingegen die Investitionen dann aus den „reichen“ Ländern – schon wieder Bayern! – in die „armen“ verlagert werden. Damit wird das Bildungsniveau, das eh nur noch im Süden hochgehalten wird, auf Nordniveau abgesenkt, und die andere Mittelverteilung nennt man dann „soziale Gerechtigkeit“. Dass gute Bildungsleistungen und wirtschaftlicher Erfolg kausal zusammenhängen, hat sich schon herumgesprochen. Nur, wie sollen Bildungsleistungen verbessert werden, wenn man die Anforderungen zurückfährt? Erschließt sich nicht.

Mehr Geld führt doch nicht automatisch zu mehr Bildung, Bildung muss erarbeitet werden, durch geistige Leistungen – und die kann man doch nicht kaufen. Bestes Beispiel dafür ist der Kandidat selbst – der hat, trotz bester Förderung, keinen  Schulabschluss geschafft, nicht einmal im linken NRW. Andererseits hat der frühere US-Präsident Obama trotz schlechter Voraussetzungen über gute Schulleistungen (die sind in Amerika Voraussetzung für eine finanzielle Förderung!) hervorragende Bildungsabschlüsse geschafft – Bill Clinton übrigens ebenso! Auch Menschen aus armen Familien können etwas lernen, Geld mit der Gießkanne verteilt wirkt da eher demotivierend.

Wenn soziale Gerechtigkeit also bedeutet, dass alle dumm bleiben und keiner mehr etwas hat (wie dargelegt, Bildung führt auch zu mehr Wohlstand), dann mag ich die eigentlich gar nicht…

Wir verwenden Cookies, um den Seitenablauf für den Benutzer optimal zu steuern. Informationen, die wir über diese Cookies erhalten, werden ausschließlich zur Optimierung unseres Webangebotes auf dieser Homepage verwendet und nicht an Dritte weitergegeben. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen