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Zahnheilkunde und allgemeinmedizinische Konsequenzen

Dr. Dietmar Oesterreich, stellv. Präsident der Bundeszahnärztekammer und Präsident der Zahnärztekammer Mecklenburg-Vorpommern, der sich bekanntermaßen besonders um Belange der zahnmedizinischen Prophylaxe kümmert, hat anlässlich des diesjährigen Symposiums der Initiative „Gesund im Mund bei Diabetes“  auf den bisherigen Erfolg der intensiven Öffentlichkeitsarbeit hingewiesen. Aber, so Oesterreich, es bleibt immer noch viel zu tun.

Der interdisziplinäre Wissenschaftsausschuss zur Initiative nahm am 25. März 2010 seine Tätigkeit auf. Mitglieder dieses Ausschusses sind derzeit Prof. Dr. Hellmut Mehnert (Krankenhaus München/Schwabing), Prof. Dr. Dr. Soren Jepsen, ZMK Klinik Bonn, Prof. Dr. Thomas Haak, Bad Mergentheim, Prof. Dr. Dr. h.c. Diethelm Tschöpe, Ruhr Universität Bochum, Prof. Dr. Petra-Maria Schumm-Dräger, Städt. Klinikum München, Prof. Dr. Thomas Kocher, ZMK Greifswald, Prof. Dr. Jörg Meyle, ZMK Gießen, Prof. Dr. James Deschner, ZMK Bonn, Dipl. Biol. Michael Warncke Colgate, Dr. Dietmar Oesterreich, BZÄK Berlin, Dr. Sebastian Ziller, BZÄK Berlin.

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Die Menschen werden älter - aber nicht gesünder!

Was tun mit meinen Hindertjährigen, die noch Zähne haben?

Diese plakative Frage stellt sich imme

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Die Menschen werden älter - aber nicht gesünder!

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Geriatrie - die neue Herausforderung

Demografie

In 2008 waren in Deutschland etwa 20 Prozent der Bevölkerung 65 Jahre oder älter, hingegen nur 13,8 Prozent Kinder und Jugendliche. Dies hat für die (zahn)medizinische Versorgung Folgen: das Therapieangebot ist zunehmend auf die Bedürfnisse und besonderen therapeutischen Anforderungen älterer und alter Patienten abzustellen.

Dazu gehören insbesondere Hausbesuche, auch in Seniorenheimen, speziell ausgebidlete Mitarbeiter, spezielle Gerätschaften und spezielles Wissen um Alterserkrankungen

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Der atrophierte Unterkiefer

 

Der stark atrophierte Unterkiefer

 

 

Implantologische Lösung mit Sofortversorgung

Schleimhaut getragener Ersatz hat häufig zur Folge, dass Knochen im Übermaß abgebaut wird – dies umso mehr – wenn der Ersatz Beweglichkeiten aufweist, wie dies im Unterkiefer generell die Regel ist. Auch an Restzähnen verankerter Teilersatz hat solche unangenehmen Folgen – der Prothesenhalt ist im Endergebnis extrem schlecht, es kommt nach Abbau bis zum Austrittsforamen des N. mandibularis zu Schmerzen (die dann

Dr. Georg Bayer, Präsident GOI

meist durch Ausschleifen nur bedingt abstellbar sind) und insgesamt mindert dies die Lebensqualität der Patienten in nicht mehr tolerierbarer Weise. Spätfolgen sind dann bei besonders dünner Unterkieferspange Spontanfrakturen beim Kauen, Veränderungen der Physiognomie in äußerst negativer Weise sowie wegen der Prothesenhalt-Problematik zu einem Rückzug der Patienten aus der Gemeinschaft mit psychosozialen Auffälligkeiten.

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Therapiekonzept zur kombinierten kieferorthopädisch-kieferchirurgischen Behandlung von Klasse II Dygnathien mit skelettal tiefem Biss

Aspekte zur chirurgischen Untergesichtsverlängerung

 

Von Nezar Watted, Tobias Teuscher und Josip Bill, Würzburg

 

Der Artikel beschreibt eine mögliche Vorgehensweise im Rahmen einer kombiniert kieferorthopädisch-kieferchirurgischen Behandlung von Patienten die dem short-face-syndrome (Klasse II, skelettal tiefer Biss und kurzem Untergesicht) zuzuordnen sind. Dieses Verfahren, bei dem bewusst auf das präoperative Nivellieren des Unterkieferzahnbogens verzichtet wird, ermöglicht ein ansprechenderes ästhetisches Behandlungsergebnis, da neben der Vorverlagerung des Unterkiefers auch eine Verlängerung des Untergesichts verwirklicht wird. Da durch die Rotation des anterioren Segments die Muskulatur im Rahmen der Bisshebung in geringerem Ausmaß gestreckt wird als bei einem Verfahren mit reiner Ventraltranslation des anterioren Unterkiefersegments, ist dieses Vorgehensweise auch weniger Rezidivanfällig.
 

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Kieferorthopädische Behandlung im parodontal geschädigten Gebiss

Von Nezar Watted und Tobias Teuscher, Würzburg
 

Mit dem steigenden Ästhetikbedürfnis der Bevölkerung und der medienvermittelten Kenntnis der zahnärztlichen Möglichkeiten, ist ein ständig zunehmendes Interesse und eine höhere Bereitschaft der Erwachsenen, einer kieferorthopädischen Behandlung zu verzeichnen.
Gleichzeitig ist das Bestreben nach Gesunderhaltung der Zähne zur Vermeidung künstlichen Zahnersatzes im Steigen begriffen. Mit zunehmendem Alter nimmt jedoch z.B. die Resistenz gegen parodontale Zerstörungen ab, weshalb Parodontalerkrankungen der Hauptgrund für den Zahnverlust bei Erwachsenen sind [5].
Abgesehen vom tiefen Biß mit seinen Auswirkungen auf die Gingiva ist kein direkter Zusammenhang zwischen Parodontalerkrankungen und Malokklusionen festzustellen [11]. Allerdings besteht eine Anzahl indirekter Zusammenhänge. Parodontale Destruktionen können zu Zahnwanderungen und somit zu traumatischen Okklusionsverhältnissen führen, wodurch sich wiederum die parodontale Zerstörung beschleunigen kann [14].

Eine marginale Parodontitis führt als Initiator dieses Circulus vitiosus zu einer Zerstörung der zahntragenden Gewebe, speziell des Alveolarknochens und des bindegewebigen Attachments [13]. Die konventionellen Parodontaltherapien wie Scaling und Wurzelglättung haben zum Ziel, das Fortschreiten parodontaler Attachmentverluste und Alveolarknochendestruktionen zu stoppen und somit die Zähne und ihre Funktion zu erhalten; sie sind aber nicht in der Lage vorhandene Defekte durch Gewebeneubildung zu regenerieren [8]. Untersuchungen der parodontalen Wundheilungsmechanismen nach konventionellen Lappenoperationen haben gezeigt, dass die schnelle Proliferation des Saumepithels nach apikal ein „New Attachment“ bzw. eine Regeneration weitgehend verhindern (Abb. 1). Die Regeneration des Parodontiums scheint nur von Zellen des Alveolarknochens und des Desmodonts ausgehen zu können [12]. Diese Erkenntnisse veranlassten Nyman et al. 1982 den von Granulationsgewebe sowie infiziertem Zement- und Knochengewebe gereinigten Defekt durch eine mechanische Barriere (Membran) gegenüber dem gingivalen Epithel abzuschirmen. Diese sollen die Voraussetzung für eine Regeneration von Zement, Knochen und bindegewebigem Attachment unter dem Einfluss parodontaler Ligamentzellen schaffen [10,20] (Abb. 2). In histologischen Untersuchungen [30], konnte eine Regeneration des Parodontiums durch Neubildung von Zement, bindegewebigem Attachment und Alveolarknochen nach Anwendung dieser Behandlungsmethode nachgewiesen werden [8, 9,20]. Eine restitutio ad integrum, d.h. eine qualitativ und quantitativ vollständige Wiederherstellung des verloren gegangenen parodontalen Gewebes ist mit den derzeitig zur Verfügung stehenden Verfahren nicht möglich. #Abb. 1# #Abb. 2#

 


 

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Prophylaxe-Pulverstrahlgeräte und Sandstrahler: Risiko oder Nutzen für Schmelz- und Dentinhaftung?

 

Von Roland Frankenberger, Michael Taschner und Katrin Schwientek, Erlangen und Sergej A. Nikolaenko Krasnojarsk, Sibirien, Russland

 

Einführung

Die professionelle Zahnreinigung ist weltweit tägliche Routine. Es ist aber bekannt, dass konventionelle Reinigungsmethoden wie z. B. Gumminäpfe mit Polierpasten Verfärbungen und Plaque weniger effektiv entfernen als Pulverstrahlgeräte wie Airflow oder Prophyflex [2,17]. Daher haben diese Geräte einen Siegeszug angetreten und werden heute gern zur Zahnreinigung, aber auch vor Fissurenversiegelungen und Bracketapplikationen angewendet [2,17,19,22]. Es wurde aber auch nachgewiesen, dass diese Pulver die Oberflächenrauigkeiten von Füllungsmaterialien und Zahnhartsubstanzen erhöhen [1,9,18,20,22,25,32]. Darüber hinaus wurden bereits gingivale und implantologische Aspekte und die Adhäsion von Glasionomerzementen untersucht [5,23,24,30].
Im Zusammenhang mit der Adhäsivtechnik wurde bislang gezeigt, dass eine effektive Plaqueentfernung das Schmelzbonding verbessern kann [2,17,22,26,28]. Desweiteren erhoben bislang drei Studien Daten zum Dentinbonding mit dem Resultat, dass Natrium- und Calciumbicarbonatpulver ein Problem darstellen könnten [11,26,27].
Ziel dieser Arbeit war es zu untersuchen, inwiefern Pulverstrahlgeräte die Adhäsion an Schmelz und Dentin beeinflussen. Dabei wurden Aluminiumoxid-Sandstrahler, welche gerne für Reparaturen oder kinetische Präparationen eingesetzt werden, in die Untersuchung eingeschlossen.
 

 

 

 

 

 

 

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zahnärztliche Implantologie und Anatomie

 

Von Wolfgang Sümnig, Greifswald und Jochen Fanghänel, Greifswald

 

1 Einleitung und Problemstellung

Die Implantologie gilt heute bei strenger Indikationsstellung, sorgfältiger operativer Technik und exakter prothetischer Versorgung als eine etablierte Behandlungsmaßnahme zur Versorgung von teil- und unbezahnten Gebissen. Viele Probleme der enossalen Implantation zur Wiederherstellung der Kaufunktion können weitgehend als gelöst betrachtet werden. Während die Implantologie allgemein einen sehr hohen Erfolgsgrad erreicht hat, zielt die weitere Forschungsaktivität auf die sichere Implantatinsertion im anatomisch und strukturell schwierigen Knochenlager hin (Schneider 2006). Dabei muss das orofaziale System jedoch immer als Ganzes gesehen werden, welches einen biokybernetischen Funktionskreis darstellt, zu welchem ZNS, Knochen, Muskulatur, Kiefergelenk, Zähne und Parodontium gehören (Abb. 1).
#Abb. 1#
Veränderungen dieser Faktoren und damit des Funktionskreises führen zu kraniomandibulären Dysbalancen. Dabei ist das Implantat eine Möglichkeit, den Regelkreis wieder herzustellen. Damit werden auch die Funktionen der Mundhöhle
• Nahrungsaufnahme und –weiterleigung
• Sinnesfunktion
• Ausdrucks- und Verständigungsorgan
• Kontakt- und Intimorgan
wieder hergestellt. Schmidinger (2005) bezeichnet in seinen Kursen die Anatomie sehr treffend als Mutter der Implantologie. Nur gute Kenntnisse der inneren und äußeren Strukturen der Kiefer und der benachbarten Regionen geben dem Operateur durch guten Kenntnisstand die notwendige Sicherheit bei der Implantation.
Zahnärztliche Implantate haben sich im Laufe ihrer Entwicklung vom einstigen Rettungsanker zum gegenwärtig unverzichtbaren Therapeutikum entwickelt. Sie dienen gegenwärtig auch unter präventiven Gesichtspunkten dem Erhalt der Knochenkonstruktion, der Abstützung von Zahnersatz, der Stabilisierung der Restbezahnung und nicht zuletzt der psychosozialen und ästhetischen Stabilisierung. Immer mehr Patienten tragen heute Zahnimplantate. Waren es 1980 nur ca. 5.000 Patienten, die in Deutschland mit Implantaten versorgt waren, so waren es 20 Jahre später im Jahre 2000 bereits 330.000. Im Jahre 2003 waren es bereits 450.000 Implantate. Gegenwärtig ist die Zahl bei über einer Million angelangt.
 

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Die forensische Zahnmedizin – eine forensische Wissenschaft

Die Biss-Zahnspur (Teil 1)

 

Von Klaus Rötzscher, Speyer

„Puisqu´on ne peut être universel et savoir tout ce qui peut se savoir sur tout, il faut savoir peu de tout. Car il est bien plus beau de savoir quelque chose de tout que de savoir tout d´une chose."
Blaise Pascal (1623-1662) Pensées sur l´esprit XXXVII

(Da man nicht universal sein kann und nicht alles, was man eigentlich wissen sollte, wissen kann, sollte man ein wenig von allem wissen. Denn es ist wohl schöner, etwas von allem, als alles nur über eine Sache zu wissen.)

Vorbemerkungen

Die Besprechung von Biss- bzw. Zahnspuren, die in der deutschen Fachliteratur bisher zu wenig beachtet wurden und in der täglichen Praxis zu oft nicht, als solche erkannt werden, soll mithelfen, die Dunkelziffer der körperlichen Misshandlungen, insbesondere an Kindern, offen zu legen, und bei Tötungsdelikten einen Beitrag leisten zur Überführung des Täters bzw. zum Ausschluss eines Tatverdächtigen.
 

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Regenerative Parodontaltherapie

Klinische Anwendung regenerativer Materialien und Techniken in der Parodontologie

 

Von Anton Sculean, Florian Rathe und Søren Jepsen

 

Ziel der vorliegenden Arbeit ist eine kritische Übersicht über die verschiedenen in der regenerativen Parodontaltherapie angewendeten Materialien zu geben. Basierend auf der vorhandenen Evidenz werden die verschiedenen, in der klinischen Praxis angewendeten regenerative Materialien und Techniken dargestellt.
Humanhistologische Studien zeigen, dass die chirurgische Parodontitistherapie unter Verwendung von autologem Knochen, demineralisiertem und gefriergetrocknetem Knochen, xenogener Knochenersatzmaterialien, gesteuerter Geweberegeneration, Schmelz-Matrix-Proteinen, sowie die Kombination dieser Materialien zu einer parodontalen Regeneration führen können. Zurzeit gibt es keine humanhistologischen Studien, die eine vorhersagbare parodontale Regeneration nach Einsatz von alloplastischen (synthetischen) Knochenersatzmaterialien zeigen. Anschiessend wird die klinische Anwendung von regenerativen Materialien und Techniken beschrieben, sowie eine Entscheidungshilfe für die regenerative Behandlung von intraossären parodontalen Defekten vorgestellt.

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Die forensische Zahnmedizin – eine forensische Wissenschaft

Die Biss-Zahnspur (Teil 2)

 

Von Klaus Rötzscher, Speyer

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Postoperativer Schmerz nach Endo-Behandlung

Endodontie und Postoperativer Schmerz
Die medikamentöse Einlage kann helfen!
 

In einer neueren Studie haben australische Autoren (E. H. Ehrmann, H. H. Messer & G. G. Adams, Melbourne) die Vor- und Nachteile medikamentöser Zwischeneinlagen abhängig vom eingesetzten Präparat untersucht.

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